Österreichs größter Volvo baggert Gips

Freitag, 02. November 2018

Österreichs größter Volvo baggert Gips

 

Im österreichischen Gößl am Grundlsee, befindet sich der Gips- und Anhydrit Tagebau der Rigips Austria GesmbH, einem Unternehmen der Saint-Gobain Gruppe. Dort wird seit etwas mehr als einem halben Jahr ein Volvo Hydraulikbagger EC750E eingesetzt. Er löste sein Vorgängermodell, einen EC700BLC, der mehr als 10 Jahren und über 15.000 Betriebsstunden im Einsatz stand, ab.

 

Die Entscheidung, die zum Kauf des EC750E führte, gingen umfangreiche Referenzbesichtigungen im In- und Ausland mit vergleichbaren Baggertypen voraus. Einen Grund, warum es das Nachfolgemodell des EC700BLC geworden ist, beschrieb Mike Wesenauer, Baggerfahrer des alten und neuen Volvo-Baggers mit viel Emotion: „Einer der Vorteile des Baggers – der ganz besonders mir persönlich zugutekommt – ist die extreme Wartungsfreundlichkeit. Der EC750E hat alle Filter und Wartungseinheiten leicht erreichbar und an einer einzigen Stelle versammelt. Die Funktionen des neuen „Key-Pads“ am rechten Joy-Stick möchte ich nicht mehr missen! Praktisch in Echtzeit kann man viele wichtige Informationen abrufen und steuern. So zum Beispiel alle Hydraulikdrücke kontrollieren, den momentanen Spritverbrauch und Stundenzähler abrufen oder die Heizung steuern. Und dabei geht alles so unglaublich kinderleicht!“

 Mike Wesenauer und sein Volvo EC750E - ein echt starkes TeamMike Wesenauer und sein Volvo EC750E - ein echt starkes Team

Die Weiterentwicklung vom EC700C zum EC750E kann sich sehen lassen. Betriebsgewicht, Motorleistung, Kraftstoff-Effizienz, Zugkraft, Grab-, Hub- und Schwenkkräfte – in nahezu allen Bereichen bietet die E-Serie spürbare Verbesserungen. Wie bei Volvo seit jeher bekannt, wurde auch großer Wert auf eine verbesserte Bedienungsfreundlichkeit gelegt. Mike Wesenauer: „Mich hat die Kabine fasziniert, denn sie ist im Vergleich zum alten Bagger so viel leiser geworden. Der Eingang durch eine breitere Schwenktüre führt in eine große Kabine, mit komfortabler Beinfreiheit, viel Stauraum und mit diversen Bedienungsneuerungen: Ein besonders lichtstarkes 8-Zoll LCD-Display für die Rückwärts- und Seitenkameras, bietet auch bei starker Sonneneinstrahlung ein klares 180°-Blickfeld. In Verbindung mit dem eigenen Blickfeld hat man einen perfekten Rundumblick.“ Short-Cut-Key, ein elektrisches X1-Pedal, bequeme Drehschalter, MP3-Player, USB und „hands-free“ sowie ein mehrfach verstellbarer Fahrersitz und unabhängig von der Sitzposition einstellbare Konsolen erhöhen den Fahrerkomfort auf ein bisher nicht dagewesenes Niveau. Wie sehr Mike sein „Arbeitszimmer“ schätzt, merkt man sofort daran, dass es nach mehr als 900 Betriebsstunden nahezu staubfrei ist und wie aus dem Ei gepellt aussieht.

Extreme Robustheit

Neben all dieser Dinge die den Fahrer freuen, wurde der Bagger speziell am Unterwagen verbessert und auf extreme Langlebigkeit und Zuverlässigkeit konstruiert, was wieder dem Investor Freude bereitet: Plattenstärken von 35 auf 40mm, Abdeckung für den Turas mit geschützten Schrauben, vertikale Platten von 40 auf 45mm, Hauptrahmenbreite von 3.420 auf 3.450mm – um nur einige Details anzuführen. Auch der Monoblock hat eine verstärkte Aufnahme für die Hubzylinder erhalten. Dazu Mike Wesenauer: „Wenn man was davon versteht und die robusten Bauteile anschaut, hat man das Gefühl, dass der Bagger für die Ewigkeit gebaut wurde.“

 Mike Wesenauer und sein Volvo EC750E - ein echt starkes Team

Felstieflöffel von Winkelbauer
Für den mächtigen Löffel vertraute man seitens Rigips auf einen traditionell für höchste Qualität bekannten Hersteller. Und Winkelbauer hatte umfassende Spezialwünsche in die Konstruktion einzubringen. Der fix verbolzte Felslöffel KL7 F220 hat einen Füllinhalt nach Ö-Norm ISO 7451 von 4,5m³ bei einer Schnittbreite von 2.200mm. Die Bezahnung erfolgte mit 5 ProClaws W25PE von COMBIparts, Schweden. Die verwendeten Verschleißstähle von SSAB wurden exakt auf die vorhandenen Einsatzbedingungen abgestimmt. Dem Wunsch entsprechend, die Rissgefahr am kompletten Felslöffel auf ein Minimum zu reduzieren, wurde die obere Konstruktion des Löffels speziell auf die enormen auftretenden Kräfte ausgelegt. Immerhin brachte der fertige Löffel stolze 5.400kg auf die Waage und ist damit um rund 700kg schwerer als der Löffel am EC700B! Das hohe Gewicht des Anbauwerkzeuges verdeutlicht die enorme Kraft des EC750E.

 Mike Wesenauer und sein Volvo EC750E - ein echt starkes Team

Sicherheit als oberstes Gebot

Bei Rigips wird seit jeher auf maximale Sicherheit größter Wert gelegt. Aus diesem Grund entschied man sich, den EC750E mit einer optionalen Zentrallöschanlage mit 2 Behältern für à 9kg Schaummittel auszustatten.Auf Grund der positiven Erfahrungen mit der Kabinenerhöhung beim EC700B erhielt auch der neue Bagger diese Sonderausstattung. Zudemwurde die Kabine mit Hammerglas bestellt und für den Winterbetrieb investierte man in eine in dieser Baggerdimension eher selten anzutreffende Laufwerksergänzung, nämlich...

 

Track-Claws von Hettec

Das junge, aber mittlerweile vielen bekannte Unternehmen aus Großarl, liefert sogenannte Track-Claws, die nicht nur für Baggerlaufwerke geeignet sind, sondern auch für Bohrgeräte, Forstmaschinen, etc. Es gibt die Claws in verschiedenen Größen und sind für 2- und 3-Steg Bodenplatten lieferbar. Hauptsächlich dienen die Claws als Steighilfe für schwierige Bodenbeschaffenheiten, wie Schnee, Matsch, Eis oder ermöglichen es einem Baggerfahrer, extrem steiles Gelände zu bewältigen. Nun wird der EC750E – abgesehen von tiefem Schnee und Eis – wohl kaum mit schwierigen Bodensituationen konfrontiert sein, aber diese mächtigen Claws erhöhen die ohnehin hohe Standfestigkeit des Baggers noch um ein weiteres Stück und damit ganz generell die Einsatzsicherheit im Winter.

 

Abschließend meinte DDI Wolfgang Glöckler, Bergbau-Leitung: „Da der EC700B über so viele Jahre zuverlässig gute Dienste geleistet hat, sind wir berechtigter Hoffnung, dass uns die Investition in den Volvo EC750E einen vergleichbar langen, vielleicht sogar einen noch längeren Einsatzzeitraum ermöglichen wird.“